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Leistung

Kerndämmung: Dämmen ohne Gerüst, ohne veränderte Fassade

Kerndämmung: Dämmen ohne Gerüst, ohne veränderte Fassade

Am Niederrhein wurde jahrzehntelang zweischalig gemauert: eine tragende Innenschale, ein Luftspalt, davor die Klinker- oder Verblendschale. Bei Häusern der Baujahre etwa 1920 bis 1980 ist das eher die Regel als die Ausnahme.

Dieser Luftspalt war bauphysikalisch als Schlagregenschutz gedacht, nicht als Dämmung. Energetisch ist er weitgehend wirkungslos – und genau deshalb bietet er heute eine Möglichkeit, die andere Häuser nicht haben: Der Hohlraum ist bereits da und lässt sich verfüllen.

Warum das für viele Eigentümer die beste Nachricht ist

  • Kein Gerüst. Gearbeitet wird über kleine Bohrlöcher von außen.
  • Die Fassade bleibt, wie sie ist. Bei einem Klinkerhaus ist das oft der entscheidende Punkt – eine Außendämmung würde das Erscheinungsbild vollständig verändern und ist bei erhaltenswerter Bausubstanz manchmal gar nicht zulässig.
  • Kein neuer Außenputz, keine neuen Fensterbänke, keine Verblechung. Genau diese Nebenarbeiten machen ein Wärmedämmverbundsystem so teuer.
  • Meist an einem Tag erledigt, ohne dass Sie ausziehen müssen.

Wann es funktioniert – und wann nicht

Nicht jedes zweischalige Mauerwerk eignet sich. Vier Punkte entscheiden:

  1. Ist überhaupt ein Hohlraum vorhanden?

    Zweischalig heißt nicht automatisch, dass ein Luftspalt existiert. Manche Wände wurden von vornherein mit Dämmung oder als Verbundmauerwerk ausgeführt.

  2. Ist der Hohlraum breit genug?

    Als Faustregel gelten mindestens etwa 4 bis 5 Zentimeter. Typisch sind am Niederrhein 6 bis 8 Zentimeter – das ist eine gute Ausgangslage.

  3. Ist der Hohlraum frei?

    Der häufigste Ausschlussgrund. In vielen Wänden liegen Mörtelbrücken, herabgefallene Reste oder Bauschutt. Wo der Hohlraum zugesetzt ist, kommt kein Dämmstoff hin – und eine teilverfüllte Wand bringt nicht das, was sie soll.

  4. Ist die Außenschale schlagregendicht?

    Das ist der Punkt, der am häufigsten übersehen wird. Offene Fugen oder gerissene Klinker lassen Wasser in die Konstruktion. In einem leeren Hohlraum trocknet das wieder ab – in einem gedämmten nicht ohne Weiteres. Undichte Stellen müssen deshalb vor der Dämmung instand gesetzt werden.

Wie wir das prüfen

Nicht durch Schätzen, sondern durch Nachsehen: Wir öffnen an unauffälliger Stelle eine Fuge, führen eine Endoskopkamera ein und sehen uns den Hohlraum an – Breite, Zustand, vorhandene Verfüllung. Dazu die Fassade auf Schlagregendichtheit und, wenn die Jahreszeit es zulässt, eine Thermografieaufnahme.

Am Ende steht eine klare Aussage: geht, geht nicht, oder geht erst nach Instandsetzung. Diese Prüfung ist Teil der kostenlosen Erstberatung.

Wir sagen auch ab. Wenn der Hohlraum zugesetzt oder die Außenschale undicht ist, raten wir von der Kerndämmung ab – auch wenn das bedeutet, dass daraus kein Auftrag wird. Eine falsch ausgeführte Kerndämmung verlagert Feuchte in die Konstruktion, und dieser Schaden kostet ein Vielfaches der eingesparten Heizkosten.

Was danach nachweisbar sein muss

Eine eingeblasene Dämmung sieht man nicht. Ob wirklich hohlraumfrei verfüllt wurde, lässt sich zerstörungsfrei nur mit der Wärmebildkamera zeigen – und nur in der Heizperiode. Genau deshalb gehört diese Kontrolle zur Baubegleitung: Nicht verfüllte Bereiche zeichnen sich im Wärmebild deutlich ab. Ohne diesen Nachweis verlassen Sie sich darauf, dass alles gut gegangen ist.

Förderung

Die Kerndämmung ist eine BAFA-Einzelmaßnahme an der Gebäudehülle: 15 % Zuschuss, mit individuellem Sanierungsfahrplan 20 %. Voraussetzung ist die Einhaltung des vorgeschriebenen U-Werts – bei schmalen Hohlräumen ist das die eigentliche Hürde, weil dann ein besonders leistungsfähiger Dämmstoff nötig wird. Ob Ihr Wandaufbau den geforderten Wert erreicht, rechnen wir vorher aus. Mehr zur BAFA-Förderung

Energieeffizienz-
Expertenliste des Bundes
BAFA-
antragsberechtigt
KfW-
antragsberechtigt
Gebäudeenergie-
berater (HWK)

Wir dürfen Ihren Antrag stellen

Für die Förderung der Kerndämmung ist ein in der Energieeffizienz-Expertenliste des Bundes geführter Sachverständiger zwingend vorgeschrieben. Beide Inhaber sind eingetragen – wir prüfen die Eignung, rechnen den U-Wert nach und stellen den Antrag beim BAFA.

Nachprüfbar unter energie-effizienz-experten.de – die Liste ist öffentlich.

Erstberatung vor Ort kostenlos. Wir sehen uns Ihr Gebäude an und sagen Ihnen, ob und wie viel Förderung realistisch ist – ohne Kosten und ohne Verpflichtung.

Häufige Fragen

Kurz beantwortet

Sieht man die Bohrlöcher hinterher?

Bei fachgerechter Ausführung werden sie mit passendem Mörtel verschlossen und sind aus normalem Abstand nicht erkennbar. Bei stark strukturiertem Klinker kann eine leichte Farbabweichung bleiben – das sollte man vorher wissen und nicht hinterher entdecken.

Sackt der Dämmstoff mit der Zeit nach?

Bei korrekt verdichteten mineralischen Einblasdämmstoffen nicht. Entscheidend sind Materialwahl und Verarbeitungsdichte – deshalb lohnt der Blick ins Angebot, welcher Dämmstoff mit welcher Einbaudichte angesetzt ist.

Was, wenn später jemand eine Wanddurchführung setzt?

Bei rieselfähigen Dämmstoffen kann Material austreten. Das ist beherrschbar, sollte dem ausführenden Betrieb aber bekannt sein. Ein Grund, die Dokumentation der Dämmung aufzubewahren.

Reicht die Kerndämmung allein aus?

Sie verbessert die Außenwand deutlich, ersetzt aber keine Dämmung von Dach und oberster Geschossdecke. Welche Reihenfolge bei Ihrem Haus die wirtschaftlichste ist, steht im Sanierungsfahrplan.

Nächster Schritt

Der erste Termin bei Ihnen zu Hause ist kostenlos.

Schreiben Sie uns kurz, worum es geht. Wir melden uns innerhalb von 24 Stunden an Werktagen und stimmen einen Termin ab – unverbindlich und ohne Kosten für Sie.

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